Wolfgang Leonhard – Erinnerungen an Walter Ulbricht

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Wolfgang Leonhard – Erinnerungen an Walter Ulbricht

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Historische Einordnung

Wolfgang Leonhard gehörte zu den wenigen Zeitzeugen, die Walter Ulbricht aus unmittelbarer Nähe erlebten. Als jüngstes Mitglied der aus Moskau zurückkehrenden „Gruppe Ulbricht“ war er 1945 am politischen Neubeginn in Berlin beteiligt. Damit stand er am Anfang jener Entwicklung, aus der wenige Jahre später die Deutsche Demokratische Republik hervorging.

Seine Erinnerungen verbinden unmittelbare Beobachtung mit späterer Distanz. Leonhard erlebte den Aufbau der Nachkriegsverwaltungen, die Gründung von KPD und SED sowie Ulbrichts machtbewusste Arbeitsweise. Aus der Nähe eines Beteiligten beschreibt er zugleich den Aufstieg eines Parteifunktionärs, der zum bestimmenden Politiker der frühen DDR wurde und schließlich durch Erich Honecker entmachtet wurde.

Inhalt der Edition

Im Mittelpunkt der Edition stehen Leonhards Erinnerungen an Walter Ulbricht und an die ersten Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Er schildert Arbeitsweise, Auftreten und politische Zielsetzungen der Gruppe, die unter sowjetischer Führung neue Verwaltungsstrukturen in Berlin aufbaute.

Die Aufzeichnung verfolgt Ulbrichts Weg von den Anfängen der Nachkriegsordnung über die Vereinigung von KPD und SPD zur SED bis zu seiner jahrzehntelangen Machtstellung. Leonhards persönliche Beobachtungen machen dabei jene Mechanismen sichtbar, durch die politische Entscheidungen vorbereitet, Loyalitäten eingefordert und Herrschaft innerhalb der Partei gesichert wurden.

Bedeutung als Zeitdokument

Nur wenige audiovisuelle Zeugnisse verbinden eine derart unmittelbare Nähe zur frühen Führungsschicht der DDR mit der späteren analytischen Distanz eines politischen Publizisten. Leonhards Rückschau erschließt die Entstehungsphase der ostdeutschen Nachkriegsordnung aus der Erinnerung eines Beteiligten, der sich später von diesem politischen Weg löste.

Die Edition bewahrt damit sowohl Beobachtungen über Walter Ulbricht als auch ein Dokument des Erinnerns über Macht, Ideologie und persönliche Verantwortung. Sie ergänzt die schriftliche Überlieferung um Stimme, Gestik und jene Zwischentöne, in denen Nähe, Ernüchterung und historische Einordnung zugleich erkennbar werden.

Editionsangaben

Reihe Zeitzeugen im Gespräch
Edition GrimmChronik
Interviewpartner Wolfgang Leonhard
Titel der Aufzeichnung Erinnerungen an Walter Ulbricht
Produktionsjahr 2001
Länge 44 Minuten

Hinweise zur Edition

Diese Veröffentlichung erscheint als DVD-R und wird nach Bestellung einzeln gefertigt. Grundlage ist die originale historische Aufzeichnung aus dem Archiv von GrimmChronik.

Zur GrimmChronik-Edition

GrimmChronik veröffentlicht historische Film- und Tonzeugnisse mit dem Ziel, persönliche Erinnerungen und audiovisuelle Dokumente der Zeitgeschichte dauerhaft zu bewahren. Die Editionen basieren auf originalen Aufzeichnungen und erschließen historische Stimmen für Bildung, Forschung und ein an Zeitgeschichte interessiertes Publikum.

GrimmChronik bewahrt Erinnerungen als Quellen der Zeitgeschichte. Jede Edition trägt dazu bei, historische Stimmen für kommende Generationen zugänglich zu halten.

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