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Ayya Khema – Vom Spreeufer zum Nirwana
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Historische Einordnung
Ayya Khema wurde 1923 in Berlin als Ilse Kussel geboren. Als jüdisches Mädchen musste sie Deutschland 1939 verlassen und gelangte mit einem Kindertransport nach Schottland. Später führte ihr Weg zu ihren Eltern nach Shanghai, wo die Familie unter japanischer Besatzung in einem Lager leben musste und der Vater kurz vor Kriegsende starb. Nach weiteren Stationen in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Australien wandte sie sich dem Theravada-Buddhismus zu, wurde Nonne und gründete Klöster für Frauen in Australien und Sri Lanka. 1989 kehrte sie nach Deutschland zurück.
Inhalt der Edition
Ayya Khema beschreibt ihre Lebensgeschichte als zwei miteinander verbundene Reisen: eine äußere, die sie vom Berliner Spreeufer über Schottland, Shanghai und Amerika bis nach Australien und Sri Lanka führte, und eine innere, die sie zur buddhistischen Lehre und zur Suche nach geistiger Freiheit brachte. Offen erzählt sie von Flucht, Staatenlosigkeit, Lagerleben und dem Verlust ihres Vaters. Zugleich berichtet sie von Familie, Aufbruch und der Erfahrung, dass äußere Sicherheit allein keine innere Zufriedenheit schafft.
Aus diesen Erinnerungen entwickelt sie eine klare, lebensnahe Einführung in ihr Verständnis buddhistischer Praxis. Sie spricht über Meditation, Verantwortung, Angst, Aggression und die Arbeit am eigenen Herzen. Dabei richtet sie sich ausdrücklich nicht nur an Buddhisten. Entscheidend ist für sie nicht ein Bekenntnis, sondern das Üben: die Fähigkeit, das eigene Denken und Handeln zu beobachten und inneren Frieden nicht von äußeren Umständen abhängig zu machen.
Bedeutung als Zeitdokument
Die Lektion verbindet ein außergewöhnliches Emigrationsschicksal mit einer spirituellen Lebenslehre. Ayya Khema spricht ohne Bitterkeit über Erfahrungen, die von Verfolgung, Verlust und Heimatlosigkeit geprägt waren. Gerade deshalb besitzt ihre Aussage besonderes Gewicht, Hass könne nicht durch Hass überwunden werden. Ihre Haltung wirkt nicht abstrakt, sondern biografisch erarbeitet.
Die Aktualität dieser Aufzeichnung ist unübersehbar. In einer Gegenwart, die von Fluchterfahrungen, gesellschaftlicher Gereiztheit, Angst und wachsender Polarisierung geprägt ist, stellt Ayya Khema eine einfache, zugleich anspruchsvolle Frage: Was trägt jeder Einzelne zum Klima seiner Umgebung bei? Ihr Gedanke, Frieden beginne nicht auf Papieren, sondern im eigenen Herzen, ist weder Rückzug aus der Welt noch politische Formel. Er beschreibt persönliche Verantwortung als Voraussetzung für ein friedlicheres Zusammenleben.
Editionsangaben
| Reihe | Berliner Lektionen |
|---|---|
| Edition | 02 |
| Titel | Ayya Khema – Vom Spreeufer zum Nirwana |
| Aufzeichnung | 1995 |
| Laufzeit | 50 Minuten |
| Produktion | Zeitzeugen TV |
| Format | DVD-R (On-Demand) |
Hinweise zur Edition
Diese Edition enthält eine historische Aufzeichnung in ihrer überlieferten Form. Bild- und Tonqualität entsprechen dem Ausgangsmaterial. Inhaltliche und sprachliche Eigenheiten der Entstehungszeit wurden bewahrt.
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