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Trailer zur Edition
Herbert Grönemeyer - Heimat im Land der Mitte
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Historische Einordnung
Im Dezember 2001 hält Herbert Grönemeyer im Rahmen der „Berliner Lektionen“ eine sehr persönliche und zugleich politische Rede über Berlin, Deutschland und die gesellschaftlichen Folgen der Wiedervereinigung.
Elf Jahre nach dem Ende der deutschen Teilung beschreibt er ein Land, das nach seiner Auffassung noch immer auf der Suche nach einer gemeinsamen Identität ist. Dabei richtet sich sein Blick besonders auf das Verhältnis zwischen Ost und West, auf die Rolle von Kunst und Kultur und auf Berlin als möglichen Ort einer neuen gesellschaftlichen Mitte.
Inhalt
Grönemeyer beginnt mit persönlichen Erinnerungen an Berlin. Er erzählt von seinen ersten Aufenthalten in der Stadt in den 1970er-Jahren, von seiner Arbeit mit Peter Zadek und davon, wie sich sein Verhältnis zu Berlin im Laufe der Jahre verändert hat.
Aus diesen Erfahrungen entwickelt er eine weitreichende Betrachtung über die deutsche Wiedervereinigung. Für Grönemeyer ist die Einigung nicht in erster Linie eine wirtschaftliche, sondern eine kulturelle Aufgabe. Er fordert Respekt vor den unterschiedlichen Erfahrungen und Lebensgeschichten in Ost und West und kritisiert insbesondere die Tendenz, die Geschichte der DDR und die Erfahrungen ihrer Bewohner pauschal zu beurteilen.
Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei die Rolle von Kunst und Kultur ein. Grönemeyer beschreibt Musik, Literatur, Theater und Wissenschaft als Räume gesellschaftlicher Freiheit und erinnert daran, welche Bedeutung Kultur für viele Menschen in der DDR hatte. Persönliche Erinnerungen an Briefe ostdeutscher Hörer und an seine eigene Haltung gegenüber Konzertangeboten in der DDR verdeutlichen diesen Gedanken.
Zugleich setzt er sich kritisch mit Medien, Politik und einer von Einschaltquoten bestimmten Kultur auseinander. Er fordert Unabhängigkeit, Widerspruch und gesellschaftliche Haltung – von Künstlern ebenso wie von Journalisten und Intellektuellen.
Berlin erscheint in seiner Rede als Symbol dieses offenen Prozesses: eine Stadt zwischen Ost und West, geprägt von Gegensätzen, Vielfalt und ständigem Wandel. Für Grönemeyer liegt gerade darin die besondere Chance Deutschlands als „Land der Mitte“.
Bedeutung
„Heimat im Land der Mitte“ ist eine leidenschaftliche Bestandsaufnahme der deutschen Gesellschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts.
Grönemeyer verbindet autobiografische Erfahrungen mit Überlegungen zu deutscher Identität, Wiedervereinigung, Kultur und Demokratie. Seine Lektion versteht Deutschland nicht als abgeschlossene nationale Idee, sondern als ein Land, dessen Zukunft aus der Vielfalt unterschiedlicher Geschichten und Erfahrungen entstehen muss.
Berlin wird dabei zum Sinnbild einer Gesellschaft, die noch nicht fertig ist – und deren Stärke gerade darin liegen kann, offen, widersprüchlich und lernfähig zu bleiben.
Editionsangaben
Reihe: Berliner Lektionen
Titel: Herbert Grönemeyer – Heimat im Land der Mitte
Jahr: 2001
Laufzeit: 45 Minuten
Produziert von: Zeitzeugen TV
Format: DVD-R (On-Demand)
Hinweise zur Edition
Diese Edition enthält eine historische Aufzeichnung in ihrer überlieferten Form. Bild- und Tonqualität entsprechen dem Ausgangsmaterial. Inhaltliche und sprachliche Eigenheiten der Entstehungszeit wurden bewahrt.
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