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Stasikinder - Mein Vater war beim MfS

Stasikinder - Mein Vater war beim MfS

€30,00
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Stasikinder - Mein Vater war beim MfS

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Historische Einordnung

Das Ministerium für Staatssicherheit war nicht nur ein Geheimdienst und Überwachungsapparat – es griff tief in das private Leben seiner hauptamtlichen Mitarbeiter ein. Konspiration, politische Loyalität und ständige Einsatzbereitschaft bestimmten nicht nur den Beruf, sondern prägten auch Ehe, Familie und Erziehung.

„Stasikinder – Mein Vater war beim MfS“ richtet den Blick auf eine bislang wenig beachtete Perspektive: die Kinder von Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit. Sie wuchsen in Familien auf, in denen der Beruf des Vaters häufig geheim gehalten wurde, politische Erwartungen den Alltag bestimmten und selbst private Beziehungen unter dem Vorbehalt von Loyalität und Sicherheit standen.

Inhalt der Edition

Der Film erzählt die Lebensgeschichten mehrerer Kinder aus MfS-Familien, darunter Vera Lengsfeld, Frank Neubert sowie die Geschwister Thomas, Lutz und Sabine Tröbner.

Sie berichten von einer Kindheit, in der über die Arbeit des Vaters nicht gesprochen werden durfte. Viele wussten zunächst nicht, dass ihre Väter für die Staatssicherheit arbeiteten. Gleichzeitig profitierten einige Familien von privilegierten Wohnungen, besseren Versorgungsmöglichkeiten oder bevorzugtem Zugang zu Freizeitangeboten. Doch diesen Vorteilen stand ein Alltag gegenüber, der von Geheimhaltung, Disziplin und politischer Kontrolle geprägt war.

Mit zunehmendem Alter beginnen die Kinder, Widersprüche wahrzunehmen. Westfernsehen, Musik, Kleidung, Freundschaften oder Fußball können zu Konflikten führen. Manche passen sich zunächst an, andere rebellieren offen gegen die Erwartungen ihrer Eltern. Besonders deutlich wird, wie der Apparat selbst in familiäre Beziehungen hineinwirkt: Kontakte werden überprüft, Lebenswege beeinflusst und von den Vätern politische Abgrenzung gegenüber den eigenen Kindern verlangt.

Die Konflikte können existenziell werden. Thomas Tröbner stellt einen Ausreiseantrag und gerät damit nicht nur in Gegensatz zum Staat, sondern auch zum eigenen Vater. Nach mehreren abgelehnten Anträgen versucht er 1985 zu fliehen, wird verhaftet und zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Vera Lengsfeld entwickelt sich von einer zunächst überzeugten DDR-Bürgerin zur Oppositionellen und Bürgerrechtlerin. Ihre Verhaftung 1988 führt schließlich auch bei ihrem Vater zum Bruch mit dem System.

Bedeutung als Zeitdokument

„Stasikinder“ zeigt die Staatssicherheit aus einer ungewöhnlichen Perspektive: nicht über Akten, Observationen oder politische Gegner, sondern über das Familienleben ihrer eigenen Mitarbeiter.

Der Film macht deutlich, dass die Logik des MfS nicht an der Wohnungstür endete. Geheimhaltung, politische Kontrolle und der Anspruch auf absolute Loyalität prägten auch die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern. Gerade die persönlichen Erinnerungen zeigen, wie eng staatliche Ideologie und private Lebenswelt miteinander verbunden waren.

Zugleich erzählt die Dokumentation von Ablösung, Widerstand und Versöhnung. Manche Familien finden nach dem Ende der DDR wieder zueinander, andere bleiben dauerhaft beschädigt. Dadurch wird der Film zu einem eindringlichen Zeugnis darüber, welche langfristigen Folgen ein politischer Apparat im persönlichen Leben hinterlassen kann.

Editionsangaben

Titel: Stasikinder
Untertitel: Mein Vater war beim MfS
Laufzeit: ca. 43 Minuten
Format: DVD-R (On-Demand)
Edition: GrimmChronik – Filme & Reportagen

Hinweise zur Edition

Diese GrimmChronik-Edition bewahrt die historische Dokumentation in ihrer überlieferten Form. Bild- und Tonqualität entsprechen dem erhaltenen Ausgangsmaterial. Die Aussagen der Zeitzeugen werden als persönliche Erinnerungen und historische Quellen unverändert wiedergegeben.

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GrimmChronik bewahrt Dokumentarfilme, Gespräche und historische Aufzeichnungen als Quellen ihrer Zeit. Die Editionen machen persönliche Erinnerungen und unterschiedliche Perspektiven auf die deutsche Zeitgeschichte wieder zugänglich und tragen dazu bei, historische Erfahrungen für kommende Generationen zu erhalten.

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