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Käthe Reichel – Der stille Schrei
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Historische Einordnung
Käthe Reichel gehörte zu den markantesten Schauspielerinnen des Berliner Ensembles und des Deutschen Theaters. Geprägt von einer Kindheit in Armut und vom frühen Verlust des Vaters, fand sie bei Bertolt Brecht eine künstlerische und politische Heimat. Ihre Laufbahn führte sie zu großen Rollen auf der Bühne und im Film, zugleich aber auch weit über den engeren Raum des Theaters hinaus.
Reichel verstand Kunst nicht als Rückzug aus der Wirklichkeit. Ihre Zusammenarbeit mit Brecht und Benno Besson verband sich mit einem beharrlichen Anspruch auf Wahrhaftigkeit. Auch öffentlich bezog sie Stellung gegen Krieg, soziale Ungerechtigkeit und Rechtsextremismus. So wurde sie zu einer streitbaren Stimme, deren künstlerische Arbeit und politische Haltung nicht voneinander zu trennen sind.
Inhalt der Edition
Die Edition erinnert an Käthe Reichels Kindheit, ihre frühen Theatererfahrungen und die Begegnung mit Bertolt Brecht. Sie führt durch wichtige Stationen ihrer Bühnen- und Filmarbeit und lässt nachvollziehen, wie prägend die Arbeit am Berliner Ensemble für ihr Verständnis von Schauspiel und gesellschaftlicher Verantwortung war.
Neben der Künstlerin tritt die politisch handelnde Zeitzeugin hervor. Reichel berichtet von Überzeugungen, Konflikten und Formen des öffentlichen Widerspruchs. Ihre Erinnerungen zeigen eine Persönlichkeit, die sich weder auf Rollenbilder noch auf institutionelle Erwartungen reduzieren ließ und deren leiser Ton oft mit großer Entschiedenheit verbunden war.
Bedeutung als Zeitdokument
Die Aufzeichnung bewahrt mehr als die Rückschau auf eine außergewöhnliche Theaterlaufbahn. In Stimme, Gestik und Erzählweise wird eine Haltung sichtbar, die Kunst als Möglichkeit der Erkenntnis und des Eingreifens verstand. Damit verbindet die Edition Theatergeschichte mit Erfahrungen politischer Selbstbehauptung.
Zugleich dokumentiert sie eine weibliche Biografie des 20. Jahrhunderts, die von Armut, Verlust, künstlerischem Aufstieg und öffentlichem Engagement geprägt ist. Reichels Erinnerungen machen erfahrbar, wie persönliche Verwundbarkeit und gesellschaftliche Verantwortung nebeneinander bestehen können.
Editionsangaben
| Reihe | Zeitzeugen im Gespräch |
|---|---|
| Edition | GrimmChronik |
| Zeitzeugin | Käthe Reichel |
| Titel der Aufzeichnung | Der stille Schrei |
| Produktionsjahr | 1995 |
| Länge | 43 Minuten |
Hinweise zur Edition
Diese Veröffentlichung erscheint als DVD-R und wird nach Bestellung einzeln gefertigt. Grundlage ist die originale historische Aufzeichnung aus dem Archiv von GrimmChronik.
Zur GrimmChronik-Edition
GrimmChronik veröffentlicht historische Film- und Tonzeugnisse mit dem Ziel, persönliche Erinnerungen und audiovisuelle Dokumente der Zeitgeschichte dauerhaft zu bewahren. Die Editionen basieren auf originalen Aufzeichnungen und erschließen historische Stimmen für Bildung, Forschung und ein an Zeitgeschichte interessiertes Publikum.
GrimmChronik bewahrt Erinnerungen als Quellen der Zeitgeschichte. Jede Edition trägt dazu bei, historische Stimmen für kommende Generationen zugänglich zu halten.